Eine Stiftung für Werte

Foto: Moritz Röber

Eine Stiftung für Werte

Ralf Besser hat die ralf besser stiftung für lebenswerte gegründet. Moritz Röber hat ihn in Bremen-Borgfeld besucht.

Beim Betreten des Skulpturengartens fällt sofort auf: Das ist kein klassischer Park mit stillen Kunstwerken – hier treten die Skulpturen in einen Dialog, untereinander und mit den Besucherinnen und Besuchern. Später zeigt mir Ralf Besser Karten mit anregenden Fragen, die helfen über die Kunstwerke, den eigenen Zugang zu Werten und Verantwortung zu entdecken und in den Austausch zu kommen. »Welches der Kunstwerke ist ein Vorbild für dich?« war zum Beispiel eine der Fragen.

Räume der Begegnung und kreative Werkstatt

Doch der Skulpturengarten ist erst der Anfang. Die Stiftung bietet Begegnungsräume, in denen sonntags das Wertecafé stattfindet, um in gemeinsamer Runde über Werte, Sinn und gesellschaftliches Engagement zu sprechen. Darüber hinaus gibt es einen kleinen Verlag, in dem Spiele und pädagogische Materialien rund um Werte und persönliche Entwicklung entstehen.

Eine kleine, operative Stiftung für Wertereflexion

»Werte sind für mich eine Grundorientierung, die dem Leben Sinn verleihen«, sagt Ralf Besser. Aus dieser Überzeugung heraus hat er ohne riesiges Stiftungskapital die eigene Stiftung gegründet. Er fördert zumeist mit kleinen Summen und sehr viel persönlichem Engagement. Zentral ist dabei immer die Aufgabe, Wertereflexion zu ermöglichen – ohne eine Auseinandersetzung mit Wertefragen gibt es keine Unterstützung.

Herzensprojekte: Wertecafé und kreatives Theater

Zu den Herzensprojekten der Stiftung zählt das Wertecafé. Hier treffen sich Menschen, um gemeinsam über Werte und Verantwortung im Alltag nachzudenken.

Als eines seiner schönsten Projekte nenn Ralf Besser ein Theaterstück zum Thema »Schöpfung und Verantwortung« an einer Grundschule in Walle. Die Kinder haben Firmen im Stadtteil gefragt, wie sie Verantwortung für die Schöpfung übernehmen. Aus den Antworten entstand ein Theaterstück, dessen Wirkung durch persönliche Statements der Kinder verstärkt wurde – persönliche Momente, die Kinder wie Erwachsene in ihrer Selbstwirksamkeit stärken.

»Besonders spannend war es, mit den jungen Kindern Wertereflexion zu fördern. Das ist in dieser Altersklasse schwierig, weil Werte sehr abstrakt sind – aber es hat gut funktioniert.«

Inspirierende Spiele und kreative Tools

Neben dieser operativen Arbeit entwickelt Besser Spiele und Materialien, die Reflexionsprozesse anstoßen: Ein eigens konzipiertes Stadtteilspiel regt dazu an, Borgfeld spielerisch zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen. Das Tool »Kunst reflektieren, kreativ interpretieren« lädt dazu ein, künstlerische Werke über den Zufall und die eigene Biografie zu deuten – ein Ansatz, der auch bei der Kunstausstellung NordArt Anklang gefunden hat und nun dort Anwendung findet.

Musiker als Partner gesucht

Für die Zukunft hat die Stiftung noch viel vor: Besonders Musiker, die Lust auf Wertereflexion und biografisches Arbeiten haben, sind gefragt. Ralf Besser möchte künstlerische Formate weiterentwickeln, in denen musikalisches Können und gesellschaftliche Werte sich verbinden – zum Beispiel in besonderen Konzertformaten, bei denen Musik und persönliche Überzeugungen sichtbar werden.

Ein Ort für offene Menschen

Wer den Skulpturengarten betritt oder am Wertecafé teilnimmt, entdeckt, wie kreativ, offen und sinnstiftend Engagement sein kann. So zeigt die Stiftung, wie mit begrenzten Mitteln viel Überzeugung für Werte und Selbstreflexion in die Gesellschaft getragen wird.

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