Bonus, Anerkennung oder Flexibilität?
Welche Faktoren sind entscheidend, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden? Welche Rolle spielen individualisierte Managementpraktiken für die Wettbewerbsfähigkeit? Mit diesen Fragen hat sich Saskia Opitz befasst – und eine betriebswirtschaftliche Dissertation geschrieben. Die Autorin und Juniorprofessorin für Management Accounting and Control an der WHU - Otto Beisheim School of Management wird dafür jetzt mit dem Wolfgang-Ritter-Preis 2026 ausgezeichnet.
Der Wolfgang-Ritter-Preis rückt exzellente wissenschaftliche Leistungen in den Fokus – die Wolfgang-Ritter-Stiftung vergibt ihn seit nunmehr 40 Jahren. Der renommierte Preis für Wirtschaftswissenschaften wird am 11. Mai 2026 wird im Bremer Rathaus verliehen.
»Individualizing Management Practices« lautet der Titel der Dissertation. Einheitslösungen zur Leistungssteuerung funktionierten in komplexen Organisationen nicht mehr, sagt Opitz. Erfolgreich seien vielmehr individuelle Anreize, die Mitarbeitende stärker aktivieren und langfristig ans Unternehmen binden können. So könne Wettbewerbsfähigkeit in bewegten Zeiten gesichert werden.
Motivation als entscheidender Wettbewerbsvorteil
Opitz zufolge ist Motivation der Beschäftigten der entscheidende Erfolgsfaktor für Unternehmen. Denn Technologie und Betriebsmodelle ließen sich kopieren, die Art, wie Menschen zusammenarbeiten und Leistung entfalten, mache aber den Unterschied.
In ihrer Arbeit zeigt die Wissenschaftlerin, wie Unternehmen durch maßgeschneiderte Anreizsysteme die Motivation ihrer Mitarbeiter besser steuern können. Dabei verbindet sie akademische Analyse mit betrieblicher Praxis.
In einer Arbeitswelt, in der »Quiet Quitting« oder »Dienst nach Vorschrift« und hohe Fluktuation Unternehmen belasteten, werde Motivation so zum Wettbewerbsvorteil. Boni, die starren Mustern folgen, und Ziele, die für alle gelten, würden nicht mehr greifen. Stattdessen wachse der Wunsch nach individueller Ansprache – und zwar in allen Altersklassen und auf allen Mitarbeiterebenen. Die Wirkung von Anreizen hänge stark vom Kontext abhängt – zum Beispiel davon, um welche Tätigkeit es geht, was genau belohnt wird und in welcher Form der Anreiz gestaltet ist, also monetär oder nicht-monetär.
Mit ihrer Forschung will Opitz ein Zeichen setzen: Weg von starren Systemen zu einer Organisation, die die Individualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen Erfolgsfaktor versteht. »Ich denke, besonders wichtig ist, dass Unternehmen ihre Maßnahmen und Prozesse – gerade im Bereich von Feedbacksystemen, Anreizen und ähnlichen Instrumenten – evaluieren und deren Wirkung regelmäßig überprüfen«, so Opitz. »Nur so lässt sich erkennen, ob ein Tool tatsächlich so genutzt wird und wirkt wie ursprünglich gedacht oder ob es Anpassungsbedarf gibt. Auf dieser Grundlage können Unternehmen dann nachjustieren und ihre Maßnahmen kontinuierlich verbessern.«
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Pressemitteilung der Wolfgang-Ritter-Stiftung