Preis für die Kulturtafel

Hilfe für Menschen, die  nicht auf der Sonnenseite stehen

Gemeinsam mit der PSD-Bank hat Sozialsenatorin Anja Stahmann am 6. März 2023 erstmals den mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Engagementpreis vergeben. Aus mehr als 20 Bewerbungen hat die Jury drei Preisträger ausgewählt: Mit 3.000 Euro wurde die Kulturtafel Bremen ausgezeichnet, 2.000 Euro gingen an die Teestube des Hoppenbank e.V.,  1.000 Euro an den DLRG-Kindergartentag. Einen undotierten Sonderpreis erhielten die Frauen vom Platanenplatz.

 
Sie sind die Gewinner unseres Engagementpreises, weil Sie aus Sicht der Jury der Isolation durch Corona entgegengewirkt haben, sagte Senatorin Stahmann. Sie haben Kinder und Erwachsene wieder in Kontakt gebracht, Sie haben dabei auch Menschen in den Blick genommen, die vielleicht nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sie haben Nachbarschaft wieder aktiviert. Dafür gebührt Ihnen Respekt und Anerkennung.

Die Kulturtafel Bremen verschenkt – von Veranstaltern gespendete – Freikarten für Kulturveranstaltungen, um nach Corona die Isolation von Menschen mit geringen finanziellen Mitteln zu durchbrechen und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Dabei gibt es bei Bedarf Begleitung und Unterstützung, um Unsicherheiten bei Kulturveranstaltungen zu nehmen. Wie grundlegend das ist, zeigt zum Beispiel Hilfe bei der Auswahl der Abendgarderobe in Kleiderkammern bei der Tafel oder bei den Suppenengeln, so Stahmann. Das Projekt erreicht Menschen, für die ein Konzert- oder Theaterbesuch ansonsten außer Reichweite liegt.

Carsten Dohme, Journalist und Chef einer Textagentur, hat das Projekt des Vereins Ausspann für Kunst, Kultur und Integration seit Sommer 2020 aufgebaut. Kultur muss für alle Menschen zugänglich sein. Unabhängig von ihrer Mobilität, ihrer Herkunft und ihrem Geldbeutel! lautet die Leitidee. Das Projekt ruht auf drei Säulen: Kulturgäste, Kulturbegleiter und Kulturpartner.

Weitere Preisträger

Die Teestube des Vereins Hoppenbank e. V. ist Anlaufstelle für straffällig gewordene und sozial benachteiligte Personen. Sie bietet den meist alleinstehenden Besuchern einen Platz für Gespräche und Spiele sowie eine warme Mahlzeit – an 365 Tagen im Jahr.  Sie ist auch Arbeitsplatz für bis zu zehn Langzeitarbeitslose, die über Arbeitsprogramme des Jobcenters und des Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Eingebunden sind ferner 15 Ehrenamtliche.Die DLRG hat ein rund zweistündiges Programm mit Rollenspiel, Malen und Puppentheater entwickelt, in dem Kita-Kindern das Thema Sicherheit am und im Wasser in der Sonne und auf dem Eis nahegebracht wird. Die acht Frauen vom Platanenplatz haben sich zusammengeschlossen, um im Steintor, an der Eschenstraße / Auf der Kuhlen mit Urban-Gardening ein kleines Eckgrundstück für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft mit Erwachsenen und Kindern zu kultivieren.

Gewinnsparen der PSD Bank

Die Gewinnsumme von 6.000 Euro statt aus dem Gewinnsparen der PSD Bank Nord eG. Geschäftsführer Dominik Schulte sagt: Als Genossenschaftsbank wollen wir immer auch einen Beitrag dazu leisten, den gesellschaftlichen Zusammenleben in unserer Region zu verbessern. Das ist der Antrieb für unser soziales Engagement, das nun auch in dem Engagementpreis seinen Ausdruck findet. Ein Großteil der Ausgaben werde durch das Gewinnsparen mit dem Verkauf von Gewinnsparlosen möglich, aber auch Kreditkarteninhaber spendetenn mit jeder Zahlung für den guten Zweck.

Foto: Christina Kuhaupt
 

 

Weitere Stiftungsmenschen

Marli Hoppe-Ritter, Zustifterin und Sammlerin, ist jetzt in das Kuratorium der Dietmar Schönherr und Luise Scherf Stiftung für Pan y Arte gewählt worden.

Bertold Frick ist Anwalt, Christ, Stiftungsvorstand, Mediator. Das Thema Gerechtigkeit liegt ihm nicht nur beruflich am Herzen.

Was Menschen hilft, sagt Julia Rettig, das ist Musik: eine sehr wirksame Therapie. Sie ist Musiktherapeutin und Vorstand des Bremer Instituts für Musiktherapie und seelische Gesundheit – mit einem in Bremen einzigartigen Angebot.

Man gibt Geld weg und wird reicher: Das ist eigentlich die Lehre, die sich aus dem Stiften für uns ergibt, sagt die Sinnstifterin und Treuhandstifterin.

Stiftungen und Kultur – das ist eine ganz besondere Beziehung. Sie können gemeinsam sehr viel mehr, als sonst möglich wäre. Eine, die beide Seiten kennt und oft miteinander verknüpft, ist Katerina Vatsella.

Wir sagen Danke!