Die Stiftungs-Boutique

Das etwas andere Family Office

Man muss erst ein paar Stufen hinuntergehen, ums an Ziel zu kommen. Dann trifft man auf das etwas andere Family Office. Im Souterrain einer Villa an der Contrescarpe in Bremen liegen die Büroräume. Bodenständiger geht es nicht.

Das Unternehmen MackelSiemers gibt es seit 2015. Es trägt den Namen der zwei Gründer, Kersten Mackel und Udo Siemers. Mittlerweile gehören drei weitere Berater zu dem Team. Sie kommen alle aus dem Private-Banking-Bereich, mit unterschiedlichen Stärken, Kompetenzen, Erfahrungen, Biographien. Man kennt sich gut, ist vertraut miteinander, meist Kollegen von einst.

Ihr Wirkungsbereich: Der Nordwesten Deutschlands, aber bei Bedarf auch weit darüber hinaus... Ihr Claim: sinnvoll Vermögen gestalten. Ihr Job: facettenreich. Ihr Angebot: eine neutrale Plattform für komplexe Vermögen – und eine Art Stiftungs-Boutique.

Ein Gespräch mit Udo Siemers und Marcel Nordhausen

Wie beschreiben Sie den Charakter ihres Unternehmens?

Es ist ein sehr persönliches Geschäft, und vom Aufbau her einer Kanzlei nicht unähnlich. Wir sehen uns selbst nicht als aktive Verwalter von Wertpapiervermögen. Es geht um Analyse + Strukturierung + Reporting + Controlling von Vermögen. Das muss sinnvoll sein. Was sinnvoll ist, das definiert der Kunde. Wir versuchen, Brücken zu bauen zwischen alten, tradierten Vorstellungen und neuen, progressiven Anlagen wie zum Beispiel Impact Investing.

Welche Rolle spielen Stiftungen in Ihren Beratungen?

Wir diskutieren mit unseren Kunden nicht nur das Wie und das Was, sondern auch das Warum oder das Wofür, also um die Sinnfrage. Da kommen natürlich Stiftungen ins Spiel. Wir setzen dann Impulse: Wer ein Vermögen enkelfähig machen möchte, könnte sich unter anderem stifterisch engagieren. Es gibt immer ein Thema, das Menschen triggert.

Sie arbeiten auch als Stiftungstreuhänder …

Wir sind neben dem Thema Familienstiftungen zunehmend auch in der Gründung und Begleitung gemeinnütziger Stiftungen aktiv. Und das Thema nimmt Fahrt auf, gerade auch in Form von Treuhandstiftungen. Da wir gerade bei unselbstständigen Stiftungen Bedarf für einen unabhängigen Treuhänder gesehen haben, sind wir jetzt auch mit einer Tochtergesellschaft als Stiftungstreuhänder engagiert. Es ist ein neutrales Sicherungsdach für kleine und große gemeinnützige Stiftungen, dabei nicht an einen bestimmten Zweck gebunden.

Wenn es drei Eigenschaften gebe, die Sie am besten beschreiben: Welche sind das?

Ergebnisoffen, unabhängig, leidenschaftlich.

Welche Idee steckt hinter der Partnerschaft mit dem Stiftungshaus?

Der Stiftungshaus verkörpert ein lebendiges Stiftungsnetzwerk, das wir gerne unterstützen möchten. Denn der Austausch über Projekte, Ziele, und Aktivitäten im gemeinnützigen Bereich ist uns wichtig. Wir möchten den Community-Gedanke, der hier verfolgt wird, stärken und gern noch mehr Menschen anstiften, etwas Gutes mit ihrem Vermögen anzustellen...

Fotos: Christina Kuhaupt

Weitere Stiftungsmenschen

Bertold Frick: Man darf sich nicht nur aufregen. Man muss auch etwas tun

Bertold Frick ist Anwalt, Christ, Stiftungsvorstand, Mediator. Das Thema Gerechtigkeit liegt ihm nicht nur beruflich am Herzen.

Julia Rettig und die Kraft der Musiktherapie

Was Menschen hilft, sagt Julia Rettig, das ist Musik: eine sehr wirksame Therapie. Sie ist Musiktherapeutin und Vorstand des Bremer Instituts für Musiktherapie und seelische Gesundheit – mit einem in Bremen einzigartigen Angebot.

Was lehrt das Stiften, Dr. Rita Kellner-Stoll?

Man gibt Geld weg und wird reicher: Das ist eigentlich die Lehre, die sich aus dem Stiften für uns ergibt, sagt die Sinnstifterin und Treuhandstifterin.

Katerina Vatsella: Tue Gutes und sprich auch darüber!

Stiftungen und Kultur – das ist eine ganz besondere Beziehung. Sie können gemeinsam sehr viel mehr, als sonst möglich wäre. Eine, die beide Seiten kennt und oft miteinander verknüpft, ist Katerina Vatsella.

Andreas Lottes: der japanische Traum

Andreas Lottes ist Deutschlandstipendiat an der Hochschule Bremen – und einer, dessen Erfolg und Engagement die Wolfgang-Ritter-Stiftung auszeichnet.

Wir sagen danke!